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Die Atemtypen in den Asanas - kurze Betrachtung

Vielleicht kennt ihr das auch: Eine Übung fühlt sich beengt an, irgendwie nicht richtig. Man versucht, sie sanfter zu machen, aber es nützt nicht viel. Und was nun, eine Lieblingsübung weniger?
In "Das große Yogabuch" hat Anna Trökes eine Möglichkeit aufgezeigt. Darin verweist sie auf die Entdeckung der zwei Atemtypen von Menschen und deren Zusammenhang zum Hata-Yoga: Ein- und Ausatmer, Lunare und Solare Typen. Die Bezeichnungen hängen mit den Einflüssen von Sonne und Mond bei der Geburt zusammen. Genaueres dazu auf der Website Terlusollogie, die Atemtypenlehre. Der Atemtyp bestimmt nun auch die Räume im Körper, wo Enge und Weite besonders empfunden werden, und hier kommen die Asanas ins Spiel. Danach sind fast alle klassischen Anweisungen auf Lunaratmer ausgelegt. Ich selbst bin Solaratmer, und diese Entdeckungen haben mir ein ganz neues Gefühl beim Üben verschafft. Der Brustraum ist für Ausatmer eher ein Verengungsraum, ihn "gewaltsam" zu weiten empfinden wir eher als beengend. Solaratmer bewegen eher das Becken (wo die weite eher empfunden wird).
Einige Beispiele:

  • Bei der Kobra die Beine etwas spreizen, evtl. die Zehen aufstellen, sodass das Becken besser gegen den Boden arbeiten kann. Die Übung entwickelt sich vom Becken aus in Höhe und Weite.
  • Im Hund den freien Raum über dem Becken "nach oben" drücken, den Boden mit den Füßen wegschieben. Die Arme können etwas einknicken.
  • Beim Ankommen im Liegen wird die Beckenbewegung mit der Atmung fließen gelassen, weniger die Öffnung des Brustraumes.


Als besonders wirksam empfinde ich die unterschiedlichen Anweisungen für die Sitzhaltung. Es geht zwar um Kleinigkeiten, aber die machen's aus (s. obige Website). Anna Trökes hat entdeckt, dass die Anzahl von Kursabbrechern drastisch gemindert wurde, nachdem sie ihre Ansagen entsprechend zweigeteilt hat.

Ich frage mich, ob das nicht die eigentliche Bedeutung des Swara yoga ist. Dazu müsste sich natürlich eine Übersetzungsmöglichkeit bieten, "rechts" mit "dominant im Bezug auf den Atemtyp" und "links" entsprechend ergeben. Ein Hinweis darauf bietet sich durch die Empfehlungen für die Schlafseite, das Standbein bzw. kraftvolle Tätigkeiten. Für Entspannende Lage wird beispielsweise im Swara Yoga das linke Nasenloch geöffnet (lunare Version). Doch für Ausatmer wird oben eher die Öffnung der rechten Seite (auf der linken Seite liegen) empfohlen.

Insgesamt denke ich, dass die Anregungen aus der Terlusollogie sowohl in der yoga Therapie, als auch ganz allgemein dazu beitragen kann, dass Yoga wirklich für alle etwas ist. Die gezieltere Wahrnehmung der Verengungs- und Öffnungsräume in der Atmung ist sowieso Grundthema im ganzheitlichen Yoga und wird hierdurch entscheidend verfeinert.

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Tags: Asana, Atmung, Pranayama, Swara, yoga

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