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Ein Sturm brauste über Deutschland. Ich saß zitternd in meiner Hütte im Wald. Ein dicker Ast donnerte krachend auf das Dach. Bald sind Bundestagswahlen. Wird Angela Merkel die Wahlen gewinnen? Und was kommt danach? Weitere vier Jahre eine große Koalition. Stillstand wie jetzt? Oder gar ein Jamaikabündnis aus CDU, FDP und Grünen? Ein Alptraum.

Die Reichen werden weiter reicher. Die Armen werden weiter ärmer. In Afrika hungern immer mehr Menschen. Deutschland befindet sich weiterhin im Krieg mit Afghanistan, Syrien, Mali, den islamischen Terroristen. Und dann die Klimakatastrophe. Wobei ich heute erkennbar schon mittendrin war. Dabei musste ich gleich zu meiner Mutter fahren. Die Alten warteten auf das Großereignis der Woche, das Konzert von Meister Om Om, genannt der Musiker. Jetzt prasselte erstmal schwerer Regen auf Deutschland hernieder. Ein göttliches Zeichen für die kommenden Jahre.

Zum Glück gibt es mich. Ich bin der Sonnenmann. Mit meiner Musik zaubere ich die Sonne an den Himmel und in die Herzen der Menschen. Vielleicht sollte ich mich doch wieder politisch engagieren. Ich könnte der Partei "Menschliche Welt" beitreten. Sie vertritt in etwa die Punkte, die ich in meinem Weltretterbuch aufgelistet habe.

Es gibt dort bereits einen Yogi. Eine Freundin von mir sah ihn und bewundert jetzt nicht mehr mich, sondern nur noch ihn. Ein hartes Los für einen Macho wie mich. Aber ich könnte ihn ja unterstützen. Yogis halten zusammen. Er redet genauso von innerem Frieden, Liebe und Glück wie ich. Er trägt sogar noch eine schicke rote Robe. Vielleicht ist er noch mehr erleuchtet als ich? Dabei bin ich doch der Sonnenyogi.

Wobei wir wieder im Altersheim wären. Jedenfalls auf dem Weg dort hin. Wie es sich für einen Sonnenyogi gehört, erschien sofort die Sonne am Himmel, als ich auf mein Fahrrad stieg. Dabei hatte ich noch gar nicht zu singen angefangen. Es genügt für die Sonne schon, dass ich morgens in der Tür erscheine. Und schon lacht sie mich vom Himmel aus an. So soll es sein.

Im Altersheim stärkte ich mich erstmal mit einer Runde Torte, bevor ich zum Zimmer meiner Mutter wanderte. Sie hatte inzwischen ausgeschlafen und saß in ihrem Rollstuhl am Tisch. Eine ganz liebe Altenpflegerin saß bei ihr, fütterte sie und unterhielt sich mit ihr. Auch solche Menschen gibt es hier. Ich fragte sie über den Zustand meiner Mutter. Meine Mutter hält sich trotz ihrer Demenz im Moment wacker. Als ob sie noch hundert Jahre alt werden wollte.

Da die Sonne so schön schien, schob ich meine Mutter erstmal durch den Park, damit sie Frischluft tanken konnte. Nach sechs Runden hatte ich keine Lust mehr und ging wieder rein. Die Sonne war so traurig, dass der Himmel sich spontan bewölkte. Da ich aber anschließend gleich sang, verzichtete sie auf Sturm und Regen. Die Alten entdecken mich und strömten zum Musikplatz. Stühle wurden herangerückt und bald erschallte der fröhliche Gesang aus etwa zwanzig alten Kehlen durch die Gänge. Meine Mutter war heute etwas wacher und konnte wieder mitsingen.

Nach zwei Stunden war mein Repertoire erschöpft und ich radelte zurück in den Yogiwald. Dort hatte der Sturm heftig gewütet. Äste und Blätter lagen wüst verstreut auf den Wegen. Ich schaltete den Ferseher an. Dort gibt es eine der vielen Wahlkampfsendungen. Man könnte ja mal eine Fragerunde machen. Wie löse ich als Yogi alle Probleme der Welt in einer Minute? Ganz einfach. Ich schalte die Erleuchtung an und die Welt ist ein Paradies.

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