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Swami Sivananda sagte gerne: „Beginne den Tag mit Gott, fülle den Tag mit Gott, schließe den Tag mit Gott, das ist der Weg zu Gott.“ Wenn wir im Yoga von Gott sprechen, dann wisst ihr, da ist keine konkrete Gottesvorstellung gemeint, sondern da kann jeder seine eigene Vorstellung haben. Im Yoga sagen wir, Gott ist in Wahrheit unvorstellbar, weshalb man gerne ja auch z.B. im Alten Testament sagt, du sollst dir kein Bild von Gott machen. Wenn wir uns öfters Bilder machen von Gott und sagen, Gottvater oder Gottmutter oder Gott, mein Freund, oder Gott, mein Geliebter, oder meine Geliebte oder konkrete Form oder ihn besonders verehren in einer bestimmten Inkarnation, dann wissen wir das immer, dass das nicht Gott beschränkt, sondern es ist nur ein Bezug zu Gott. So ähnlich, wenn ihr einen Menschen die Hand gebt, dann heißt das nicht, dass ihr jetzt die Hand als den tollsten Teil des Menschen anseht, sondern man gibt die Hand, um irgendwo eine Verbindung zu zeigen. Wir wollen miteinander in Kommunikation treten, wir wollen uns verbinden. Und genauso, wenn wir einen konkreten Bezug zu Gott aufbauen, dann ist damit gemeint, wir wollen irgendwo beginnen, Gott zu erfahren und von dort geht es sowieso ins Unendliche, ins Unermessliche, ins reine Bewusstsein, in das, was mit individuellem Bewusstsein nicht erfahrbar ist, aber was sehr wohl im Überbewusstsein erfahrbar ist. Wenn wir jetzt sagen, wir beginnen den Tag mit Gott, dann können wir das machen z.B. mit einem kurzen Gebet, z.B. mit Dankbarkeit, z.B. indem wir sagen: „Was auch immer wir heute tun wollen oder was auch immer ich heute tue, das will ich dir darbringen. Was auch immer ich mache, sei dir gewidmet.“ Wir können auch ein konkreteres Gebet haben: „Bitte, lass mich dich heute erfahren, lass mich dich heute sehen, lass mich dich heute erspüren.“ Oder angenommen, ihr wollt erst noch experimentieren, ihr könnt sagen: „Lieber Gott, wenn es dich gibt, dann wäre es schön, wenn ich dich heute mal erfahren könnte.“ So können wir zu Gott sprechen. Oder: „Angenommen, es gäbe dich, dann würde ich dir gerne das Folgende anvertrauen.“ Und so können wir mal so sprechen. Und nach ein paar Tagen wird man – sage ich euch jetzt so – vermutlich eine Antwort bekommen. Wenn wir sagen, schließe den Tag mit Gott. Eine Möglichkeit ist z.B., bevor man abends schlafen geht, man lässt nochmal kurz den Tag Revue passieren und dann sagt man: „Was auch immer ich heute gemacht habe, ich bringe es dir dar. Was auch immer mir heute passiert ist, auch wenn es manchmal eigenartig war, dann gehe ich davon aus, es war eine Lektion von dir.“ Und wenn es besonders schön war, dann danke ich dafür. Und wenn ich was Besonderes gelernt habe, dann bin ich dankbar für diese Lernlektion. Wenn ich was überhaupt nicht verstanden habe, dann kann ich es Gott darbringen und kann sagen: „Gott, was du heute mit mir angestellt hast, das verstehe ich überhaupt nicht. Eigentlich hättest du es anders machen sollen.“ So kann man zu Gott sprechen. Man kann auch mit Gott ein bisschen schimpfen. Dann weiß man im Hinterkopf: „Ja, irgendwo, Gott wird sich schon irgendwas dabei gedacht haben.“ Auch wenn wir das jetzt erst mal nicht wissen und auch wenn wir eigentlich wissen, Gott denkt nicht wirklich in Worten wie wir, aber wir können es uns ja so vorstellen. Und dann können wir alles in Gottes Hände darbringen, egal, was wir nicht verstanden haben, auch was wir vielleicht nicht erledigt haben, und egal, was wir vielleicht im Nachhinein sagen, „hätte ich doch besser anders angestellt“, wir bringen es alles dar und danach können wir entweder ein Mantra noch wiederholen oder eine Tiefenentspannung machen oder irgendwie sonst friedvoll schlafen gehen. So haben wir den Tag mit Gott begonnen, dann haben wir den Tag mit Gott geschlossen, jetzt müssen wir ihn nur noch mit Gott füllen. Darüber erzähle ich ein anderes Mal. Und ihr wisst es ja eigentlich auch.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Bhakti, Dienen, Fragen, Maya, Meister, Weisheit

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