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Heute war ich wieder bei meiner Mutter im Altersheim. Sie saß im Rollstuhl am Tisch und trank aus ihrer Schnabeltasse. Sie kann jetzt schon wieder selbständig essen und trinken. Allerdings bekommt sie nur flüssige Nahrung. Meine Schwester hatte die Idee, dass ich meiner Mutter einen Apfel mitbringen sollte, damit sie auch mal etwas Gesundes und etwas Festes zum Kauen bekommt.

Ich schob meine Mutter in ihrem Rollstuhl zum Altersheim-Cafe. Dort bekam sie von mir einen Apfel aus dem eigenen Garten. Ich hatte ihn geschält und in kleine Stücke geschnitten. Dazu hatte ich eine Mandarine mitgebracht. Zuerst wollte meine Mutter die Rohkost nicht essen. Ich fütterte sie damit. Es begann ihr zu schmecken und sie holte sich selbst kleine Stücke aus der mitgebrachten Tupperdose. Ein echter Erfolg. Ich werde in Zukunft immer kleingeschnittene Äpfel mitbringen.

Meine Mutter aß also ihre gesunden Sachen, während ich mir mit einer heißen Waffel mit Eis und Schlagsahne den Bauch vollschlug. Da kam Frau Trotzki an. Sie freute sich wieder, als sie mich sah. Und ich hatte ihr ein Weihnachtsgeschenk mitgebracht. Mein neues Buch über den Yogi und seine alte Mutter. Ich zeigte ihr die Stellen, wo sie in dem Buch drinvorkam. Und sie war begeistert. Natürlich wollten jetzt auch andere alte Damen ein Buch von mir haben. Eins hatte ich noch dabei für die alte Tuniertänzeren. Nächstes Mal werde ich Nachschub mitbringen.

Nach dem Kaffeetrinken schob ich meine Mutter zum Singplatz. Ich nahm meine Ukulele und begann Weihnachtslieder zu spielen. Die hatte ich zuhause geübt. Jetzt kamen sie erstmal voll zum Einsatz. Schnell fanden sich viele Seniorinnen, die sich um mich herum setzten und begeistert die Lieder mitsangen. Eine nachträgliche Weihnachtsfeier.

Richtig Stimmung kam auf, als ich zum fröhlichen Teil überging und "Am Weihnachtsbaume, da hängt ne Pflaume" sang. Mit diesem Lied bin ich ja der Star in YouTube. Danach gab es wieder Kinderlieder, bis meine Mutter nicht mehr konnte. Sie sang zwar nicht mehr mit, aber sie hörte immerhin interessiert zu. Und lachte, wenn ich sie direkt ansprach und kleine Witze machte.

So wurde es ein gelungener Nachmittag im Altersheim. Ich war zwar etwas angespannt, weil ich nicht weiß wie lange meine Mutter noch ansprechbar bleibt. Aber ich bin dankbar für das was ist. Und es ist so, dass meine Mutter aus ihrer halbtoten Phase wieder in eine halblebendige Phase übergangen ist. Ich übe es einfach gelassen mit dem zu fließen, was gerade ist. Und meine Rolle als Bodhisattva so gut auszufüllen, wie ich kann.

Da fällt mir ein, dass ich in dem Zimmer meiner Mutter dann noch zwei Weihnachtslieder für die Bettnachbarin gesungen habe. Ihre Tochter war gerade zu Besuch. Beide sangen glücklich und voller Begeisterung mit. Bei ihnen kamen die Weihnachtslieder richtig gut an, weil sie überzeugte Christen sind.
https://www.youtube.com/watch?v=ZLmSbMiFRJ8

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Kommentar von D.Jahnke am 28. Dezember 2016 um 6:28pm

S c h ö n !

Kommentar von Radha Shakti am 4. Januar 2017 um 5:28pm
Unglaublich. ... noch vor ein paar wochen (wenn ich mich recht erinnere) war das Thema pstientenverfügung und künstliche Ernährung nach Weihnachten einstellen..... und nun singst du mit deiner mutter weihnachtslieder... ich bin gerührt und freue mich mit euch das ihr doch noch etwas mehr zeit geschenkt bekommen habt. Es sind tolle Erlebnisse die ihr zusammen noch erleben dürft.... bitte berichte weiter. Alles liebe... om shanti britta
Kommentar von Ursula am 5. Januar 2017 um 9:36am

Lieber Nils, schon seit einger Zeit lese ich deine Berichte aus dem Altenheim, die immer sehr (be)rührend sind. Seit 4 Wochen ist nun auch meine Mutter im Pflegeheim und ich fahre so oft dort hin, wie ich kann. Leider aber muss ich eineinhalb Stunden fahren, so dass ich meine Mutter nur alle zwei Wochen besuche. Auf der Fahrt zum Pflegeheim denke ich dann oft an dich und deine Mutter und wie wunderbar ihr zwei alles meistert.

OM, Ursula

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