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Ihr Lieben, vielleicht kann mir jemand helfen?

Mein Onkel (78) ist möglicherweise an Parkinson erkrankt (noch keine ärztliche Diagnose) und das nicht mehr im Anfangsstadium. Das heißt, ursprünglich wollte ich ihm Gutes tun mit kleinen Yogaübungen auf dem Stuhl, habe aber gleich gemerkt, dass seine ganze Muskulatur völlig verkrampft/versteift ist. Muskelzittern kommt erst, wenn er die Hände hebt. Er kann kaum noch sprechen und sitzt meistens apathisch in einem Sessel. Ziemlich viel Gewicht hat er auch verloren und kann sich nur noch mit dem Rollator fortbewegen.

Ich mache Fingerübungen mit ihm, kleine Übungen mit einem weichen Ball, Arme heben, Beine heben. Seine Frustrationsgrenze und Bewegungsfreude ist schnell erreicht. Mein Problem ist jetzt: wenn er z. B. die Arme hebt, was manchmal sehr schnell passiert, fast ruckartig, bleiben sie oben und ich habe Mühe, sie langsam wieder abzusenken. Wir atmen dann zusammen und lassen die Arme schwer werden, dann gehts in Zeitlupe. Genauso bei den Beinen. Ich führe oft seine Hände oder Füße bei den Übungen, weil es ihn frustriert, dass er seinen Körper kaum noch kontrollieren kann.

Meine Frage: Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich mit meinen Übungen fortfahren soll, ob es bessere/andere Übungen gibt oder was ich noch machen kann? Hat jemand Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild und kann mir Tipps geben?

Freue mich sehr auf Antworten.

Lieber Gruß
Om namah shivaya
Parvati

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

OM namah Shivaya, liebe Parvati,
meine mutter (69) hat auch die diagnose parkinson. innerhalb eines jahres nach diagnose hat sich ihr zustand so sehr verschlechtert, dass sie nicht mal mehr mit dem rolator gehen konnte. sie bekam und bekommt regelmäßige physiotherapie und -übungen. es geht vorallem darum muskelschwäche zu verhindern; es muß viel gedehnt, gestreckt werden (muskulatur ist ganz angespannt) - parkinson ist eine krankheit, die auch aus "starre" kommt, aus anspannung, aus "im widerstand sein", usw. das entspricht dann auch den körperlichen erscheinungen, wie du sie z.b. auch beschreibst, dass etwa der gehobene arm gehoben bleibt usw. bei parkinson-erkrankung verringert sich die produktion von dopamin immer mehr und meist ist eben der verlauf der krankheit ziemlich schnell. es gibt bereits die verschiedensten Medikamente, schwierig ist jedoch die einstellung; es dauert oft lange bis die medikation richtig eingestellt ist und damit auch eine gewisse verbesserung des zustands erreicht werden kann.

ich wollte mit meiner mutter auch zu einem tcm-arzt gehen; das war leider zu dem zeitpunkt als sie dann ins krankenhaus musste, weil sich ihr zustand eben so schnell sehr verschlechtert hat. ##

das erwähnte ist natürlich nur ein kleiner ausschnitt dessen, was alles mit parkinson zusammenhängt und nach sich zieht.

alles liebe,
OM shanti * Karuna

Liebe Karuna,

herzlichen Dank für deine Antwort, das bestätigt meine Vermutung. Entschuldige bitte meine späte Mail, ich war über Pfingsten offline.

Strecken und dehnen ist schwierig und scheint ihn sehr anzustrengen. Aber Bewegung hat ihn schon immer angestrengt und keine Freude bereitet. Die "Starre", die du beschrieben hast, passt da sehr gut. Alles, was ihn dort herausholt, scheint sehr unbequem und anstrengend. Jetzt habe ich erst mal Physiotherapie für meinen Onkel beantragen lassen, morgen ist der erste Termin. Bin gespannt, welche Übungen dort angewendet werden.

Ich danke dir sehr für deine Offenheit und wünsche dir und deiner Mutter alles erdenklich Gute!
Liebe Grüße
Om namah Shivaya
Parvati

Hari Om,

Parkinson ist ein schwieriges Thema. Ich habe eine Zeit lang spezielle Yoga-Kurse für Parkinson-Patienten gegeben, und dabei beobachtet, dass alles was in die Entspannung führt ganz besonders gut ankommt.

Also ...
* Dehnen - mit langem Nachspüren.
* Halten - mit langem Nachspüren
* Sanfteste sehr langsame Pranayamas
* ... und natürlich Tiefenentspannungen.

Zu Beginn der Stunde waren sie eher unfähig loszulassen, am Ende gings deutlich sichtbar wesentlich besser. Für diese Erfahrung waren die Parkinson-Leute richtig dankbar. Entspannen als Gegenstück zur angespannten Starre, in der sie verharren.

Darüber hinaus beobachte ich, das gute Ayurveda-Ärzte besondere Möglichkeiten haben - Panchakarma-Kur ist das Zauberwort. Das scheint sowohl bei MS als auch bei Parkinson wahre Wunder zu bewirken.

Hier noch was eher westliches:

Eine Sammlung von verlinkten Artikeln unterschiedlicher Quellen zum Thema Parkinson: 

https://www.diigo.com/user/mahashakti/Parkinson

Om Shanti

Liebe Grüsse

Mahashakti 

www.heilyoga.me

Liebe Mahashakti,

vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier teilst und auch deine Linkliste!

Instinktiv, und aus meinem Yogawissen heraus, bin ich wohl richtig mit meinem Onkel "umgegangen".
Einfache Atemübungen gehen sehr gut. Tiefenentspannung auch.
Da mein Onkel zusätzlich noch eine ausgeprägte Kyphose hat (schon lange), ist das Dehnen im Oberkörper sehr schwierig.
Das Halten in Armen und Beinen erzeugt sehr schnell Panikattaken. Ich unterstütze dann jeweils Arme und Beine und atme mit ihm solange tief ein und lange aus, bis die Hände wieder die Oberschenkel berühren und die Füße den Boden. Auch hier geht das Loslassen nur sehr schwer.

Jedenfalls.... es ist wirklich ein weites Feld und ja, eine Panchakarmakur wäre bestimmt toll. Allein da fehlt es an Einsicht und kosten darf es dann auch nichts. Möglicherweise zahlt das aber die Krankenkasse?! Das wäre ein nächster Schritt.

Liebe Grüße
Om namah shivaya
Parvati

Danke für die links,

OM shanti * Karuna

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