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Was ist bei einem Bandscheibenvorfall L4, L5 beim Yogalehrer zu beachten?

Namasté,
ich bin von Yoga Vidya ausgebildete Yogalehrerin, praktiziere seit ca. 11 Jahren für mich Yoga u. unterrichte seit fast 2 Jahren mehrere Kurse (teilweise 10 pro Woche a 1 1/2 Stunden). Da ich in der Vergangenheit öfters stärkere Rückenschmerzen hatte (meist nach längerem Laufen über ca. 1 Stunde) bin ich, nachdem mein Hausarzt mich mehrfach eingerenkt hatte, Spritzen und Akkupunktur nichts mehr brachten und die Schmerzen danach nur noch schlimmer wurden, der Ursache nachgegangen. Im MRT wurde im letzten Jahr ein zweifacher Bandscheibenvorfall L4, L5 diagnostiziert. Erst konnte ich diese Diagnose gar nicht glauben denn ich stärke in jeder Yogastunde die Rückenmuskulatur, treibe zusätzlich zum Yoga noch Sport u. bewege mich wirklich sehr viel.

Meine Frage:
Wie kann ich als Yogalehrerin meine Schmerzen lindern u. den Bandscheibenvorfall regulieren? Wie sollte ich die Unterrichtsstunden für meine Schüler gestalten (alle Asanas zeige ich meist u. korrigiere die Schüler danach)? Könnte es auch sein, dass ich durch die viele Yogapraxis meine Bandscheiben geschädigt habe?

Ich hoffe sehr auf hilfreiche Beiträge!!!

Vielen Dank.
Parvati

Tags: Asanas, Bandscheibenvorfall, Hilfe, Rückenschmerzen, Therapie, Yogalehrer, bei

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dein rücken schreit nach ruhe. dein körper möchte eine pause, höre auf ihn


Hallo Parvati,

üben ist gut, drücke den unteren Rücken nicht durch und dafür lass den unteren rücken etwas locker.
Arbeite an der langsamen einatmung in dieser Haltung und
beim ausatmen ziehe den Bauch nachhaltig zurück was den unteren Rücken und die Bandscheiben stärkt.

Grüße

Namaste liebe Parvati,

Erfahrung zu deinem Bandscheibenvorfall habe ich nicht. Mich interessiert aber besonders der Schutz der Wirbelsäule bei den Übungen, da ich auf Grund langer Yoga-Praxis ab und an Fehler gemacht und erkannt habe. Zum Glück aber immer nur Schmerzen und keine bleibende Schäden, die mich eines besseren belehrt haben.

Alle Übungen würde ich eine gewisse Zeit lang nur sehr sanft machen. Wenn das nicht reicht, tatsächlich eine längere Pause. Weiterhin das Übungsprogramm systematisch gestalten um das Problem einzugrenzen, also mal Schwerpunkt Vorwärtsbeugen, mal Schwerpunkt Rückbeugen und dann mal die Wirkungen und Schmerzempfindungen beobachten. Vielleicht ist es nur eine bestimmte Asana, eine bestimmte Schieflage, eine ergonomische Fehlstellung die es zu entdecken gilt. Vielleicht mit Spiegel üben - ist der Rücken gerade? Schultern und Becken symetrisch?
Auch die Haltung im Alltag beobachten- PC und Tastatur ergonomisch vorwärts, also nicht schräg aufgestellt. Wie gut ist meine Matratze (sollte nicht durchgelegen sein, aber auch nicht zu hart, also so weit einsinken zulassen, dass die Lendenwirbel gestützt werden und man keine Hand durchschieben kann bei Taille in Seitenlage oder Lenden in Rückenlage). Wie lange sitze ich mit Rundrücken, wie oft sitze ich zu weich auf Sofa oder Sessel - statt angenehm hart auf einem Stuhl usw. Auch die Beinlänge kann ungleich sein und zu einem Beckenschiefstand führen (war bei einem Familienmitglied die Ursache für Rückenschmerz und auch dadurch erst erkannt worden).

Bei Rückbeugen nicht in den Lendenwirbeln abknicken - nur den oberen Rücken (Brustwirbel) rückbeugen. Das ist bekannt, aber: Wie verhindert man das? Bauchmuskeln anspannen und nur soweit zurückbeugen, wie man/frau es schafft, die Bauchmuskeln angespannt zu lassen.
Noch mehr Schutz beim Rückbeugen gibt es, wenn die vorderen Oberschenkelmuskeln zusätzlich zu den Bauchmuskeln angespannt sind. Gleichzeitig auch die Gesäßmuskeln anspannen und es sollte immer das Schambein zum Bauchnabel gezogen werden und das Steißbein nach unten und vorne kippen.
(Nur wenn der Rücken sehr trainiert ist, kann man fortgeschrittener üben und auch den unteren Rücken rückbeugen. Aber auch dann gilt, daß die Bauchmuskeln angespannt bleiben.)

Vorwärtsbeugen ist klar: gerader Rücken in den Übungen. Rundrücken nur als Entspannung, also ohne Belastung und nur zum abhängen (ist sehr angenehm). Egal ob stehende oder sitzende Vorwärtsbeuge.

Gute Gelenkübungen sind die Pavanmuktasanas. Ein sehr gutes Buch ist "Asana Pranayama Mudra Bandha" von Swami Satyananda Saraswati (Schüler von Swami Sivananda). Eine gute Ergänzung zu unserem wunderbaren Yogastil.

Ich weis nicht, ob dir das hilft, aber vielleicht ist die eine oder andere Anregung brauchbar. Auch weiterhin ist der Rat (die Tat) eines guten Arztes und oder Physiotherapeuten bestimmt hilfreich.

Ich wünsche dir viel Erfolg und schmerzfreies praktizieren ...
Om Shanti
Klaus

Klaus schreib:
Mich interessiert aber besonders der Schutz der Wirbelsäule bei den Übungen,
da ich auf Grund langer Yoga-Praxis ab und an Fehler gemacht und erkannt habe.
 


Hallo Klaus,
ich habe manche deiner Texte gelesen und würde dir gern helfen weiter zu kommen !

Du hast gute Ansätze hier stehen,

aber etwas entscheidendes fehlt.

Die Stabilität meine ich, später mal was dazu.

Vielleicht ergibt sich irgendwann die Gelegenheit, das wir uns sehen.
 

Om Ma Ni Pad Me Hum 

Liebe Parvati,
Bandscheibenvorfälle können durch ruckartige Bewegungen des unteren Rückens, auch durch falsches Heben eines Gewichtes vom Boden oder seitliches Heben (schlafendes Kind aus dem Kindersitz) ausgelöst werden. Ich könnte mir vorstellen dass es nicht die Yogapraxis war, sondern dass Du Dich aufgrund Deiner Yogapraxis (Flexibilität) zu sicher gefühlt - also die Anzeichen nicht ernst genommen und Deine Grenzen überschritten hast. Das hat auch der Hausarzt getan, wenn er ohne Diagnose einrenkte...
Nun, das ist vorbei und die Zeit direkt nach dem BVV auch. Wichtig ist nun für Dich, den unteren Rücken sanft zu stärken und durch häufige Ruhezeiten (Winkelhaltung der Beine mit mehreren untergelegten Kissen - oder Unterschenkel auf Stuhl legen = Stufenlagerung) zu entlasten bzw. entspannen. Leichte Übungen wie Pavanmuktasana, Ardha Halasana (unterer Rücken fest am Boden), Makarasana, Niralambhasana, Ardha Shalabhasana, sanftes Chakrasana statt Trikonasana usw., dabei immer genau in die LWS spüren und sofort aufhören und ausruhen s. o. , wenn es unangenehm wird. Vorwärtsbeugen sind ein paar Monate ganz zu vermeiden, dann nur sehr vorsichtig (d.h.nur mit gebeugten Knien und nie mit gestreckten Armen auszuführen). Vielleicht kannst Du Dir ein paar Yogatherapie-Stunden gönnen, um eine Übungsfolge genau für Dich zu erarbeiten.
Schau bei Deinem Unterricht auch auf Dich: Du kannst Deine Ansage so präzisieren, dass Du die Übung nicht vormachen brauchst (wie beim Unterrichten von Blinden - dabei können die TN auch von der visuellen Betonung unserer Zeit wegkommen) und bei Bedarf eine(n) Deiner fortgeschritteneren Teilnehmer(innen) bitten, sich für die Demonstration zur Verfügung zu stellen.
Für Dich ist es sinnvoll, durch Reinigung des Darmes (Einlauf) und leichte vegetarische Kost zusätzliche Belastungen durch den Darm auszuschließen. Vermeide: langes Sitzen oder Stehen, Überessen, weiche Matratzen, Schlafen auf dem Rücken mit ausgestreckten Beinen, Heben schwerer Gewichte...
Das war's mal so im Groben, für die Details solltest Du Dich von einem erfahrenen Therapeuten genau anschauen und anleiten lassen
Vielleicht bringt der BVV mehr Ruhe in Dein Leben - alles hat seinen Sinn.
Viel Erfolg und alles Liebe OM shanti Ursula

Noch was zur Klärung: Mit Chakrasana ist hier eine sanfte Seitbeuge im Stehen gemeint.
Om shanti Ursula

Namasté liebe Yogis und Yoginis,
ganz herzlichen Dank für die informativen Hinweise und Vorschläge für meine weitere Vorgehensweise beim Praktizieren von Yoga. Ich achte nun noch mehr auf meinen Körper, gehe nicht mehr zu forsch voran u. habe auch zusätzlich meine Unterrichtsstunden angepasst. Hier deute ich vermehrt Asanas nur an und führe sie selber nicht mehr in der Vollendung aus sodass ich mich mehr schone. Auch habe ich Unterstützung von Physioterapeuten u. einer speziellen Rückenschule eingeholt.

Derzeit geht es mir gut u.ich bin fast schmerzfrei.

Euch alles Gute und für weitere Anmerkungen bin ich jederzeit dankbar.

Om Shanti.
Parvati

Also nochmals: Danke

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