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Verhindert ein Jesusbild über dem Altar, das atheistische Menschen Yoga üben können?

Vor ein paar Tagen habe ich eine Mail bekommen, darin äußert jemand Bedenken gegen das Jesusbild das neben Swami Sivananda und Vishnu Devananda über meinem Altar hängt. Es würde atheistische Menschen möglicherweise blockieren Yoga zu üben. Ich möchte meine Antwort hier veröffentlichen und freue mich über eure Rückmeldungen.
Liebe….
In der Tradition in der ich Yoga übe und lehre, ist es nicht wichtig, welchen Glauben ein Mensch hat. So war für Swami Sivananda „eine Religion so heilig wie die andere, ein Name Gottes so richtig wie der andere“ Religion war für ihn ein Abenteuer zwischen dem einzelnen Menschen und Gott, also eine persönliche Angelegenheit, getragen vom Respekt und der Achtung vor den Überzeugungen des Anderen, auch wenn er selbst ganz an derer Meinung war.
Die innere Haltung und Überzeugung des Anderen, z. B. eines atheistischen Menschen zu respektieren, bedeutet aber nicht, daß ich nicht von meinen Gotteserfahrungen und religiösen Anschauungen erzählen darf. Es ist ein Angebot, wie alles in der Yogastunde ein Angebot ist. Niemand sollte etwas tun, was er nicht wirklich will. Das fängt beim gemeinsamen Tönen des Om an und hört auch nicht beim Üben des Asanas auf.
Die Bilder über dem Altar, die spirituellen Impulse zu Beginn und Ende der Yogastunde und die Affirmationen während der Asanas sind ein offenes Angebot, eigene spirituelle Erfahrungen zu machen oder sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Für viele Menschen ist das sehr hilfreich und öffnet neue Türen.
Yoga üben ist für mich ein ganzheitlicher Weg und das Üben der Asanas nur ein Teil davon. Yoga üben bedeutet für mich, mich als Mensch zu entwickeln und mich in einem Kontext zu erfahren der größer ist als da, was ich zu denken vermag. Es gibt viele Versuche dieses höhere Prinzip zu beschreiben. Für mich ist es das göttliche Wirken in allen Menschen und Dingen- aber ich gestehe jedem da seine eignen Überzeugungen zu. Erfahrungen der Liebe Gottes sind ein Geschenk, wie immer ich sie benenne.
1 Sivananda- ein moderner Heiliger, Bad Meinberg 2007, S. 194f

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jai.....nun, das ist kein leichtes Thema. Und deine Fragestellung, ist nicht glücklich gewält !
1. Warum hängt es in deinem yogaraum.
2. Du mußt wissen, was Dir das Bild von Jesus bedeutet.
3. Mit dieser Person evtl. ins Gespräch gehen ?
4. Ist es Dir Wert es für eine Person abzuhängen.
5. Auf einen anderen yoga -Verein verweisen ? !
6. Aufklärungsgespräch... über das Annalog - Essenzielle dieser beiden Lehrer führen !
7. Lass die Person gehen.

Liebe Steffi,
dass du dich mit den Bedenken so intensiv auseinandersetzt finde ich super. Manch einer würde vielleicht nur abblocken oder gekränkt reagieren.
Die erste Frage, die ich mir stellte, war, wie groß diese Bilder sind, wieviel Raum sie bei dir einnehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass jemand, der zum ersten Mal gleich auf drei Heilige in Bravo-Starschnitt-Größe trifft, ziemlich überwältigt und eingeschüchtert reagieren könnte und tatsächlich blockiert ist, weil er oder sie sich beobachtet fühlt.
Zum anderen würde ich mich als Frau fragen, warum da nur Männer hängen. Das müsste erst einmal geklärt werden. Vielleicht könntest du zu Beginn der Yogastunden mal in die Runde fragen, was die Yoginis so empfinden, wenn sie die Bilder sehen, ob sie sie evtl als bedrohlich empfinden, alle Gefühle einfach mal offen benennen ohne gleich in die Anklage oder Rechtfertigung zu gehen.
Dann könntest du deinen o.g. Standpunkt verdeutlichen und betonen, wie wichtig dir persönlich dieser Aspekt des Yoga ist.
Und dann könntet ihr alle mal schauen, wie weit ihr dem anderen entgegenkommen könnt ohne euch selbst dabei zu vergessen oder, hier stimme ich Dieter zu, eventuell getrennter Wege gehen.

Om Shanti,
Lupine

Hallo,

was ich nicht verstehe: Nur das Jesusbild soll Atheisten hindern Yoga zu üben?

Nicht die Bilder von Swami Sivananda und Vishnu Devananda?

Ich bin kein großer Freund von Jesus, doch sein Bild kann mich nicht hindern etwas zu tun, das ich tun will.

Wenn es dein persönlicher Stil ist, ein Jesus-Bild zu haben in dem Yoga Raum, dann steh zu deiner Überzeugung.

Jesus predigte nicht nur über Gott sondern auch über Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit.

Du kannst ja die Atheisten fragen ob sie Bilder mitbringen möchten, von Mao oder Karl Marx - oder Angela Merkel oder Jimmy Hendrix, oder...oder...

Wenn du zu deinem Stil stehst, in dem du Yoga verbreitest, dann kannst du eigentlich nichts falsch machen.

Gruß Eduard

Hallo,

meine Antwort auf die Anfrage der Yogaschülerin (sie hat übrigens nicht für sich, sondern für Freunde gefragt, die sie mitbringen möchte) könnt ihr ja oben lesen. Ich habe die Frage hier reingestellt, weil ich neugierig bin, was ihr antworten würdet. Ich stehe zu meiner Überzeugung (ich bin auch Diplomtheologin) und suche nach immer neuen Wegen, Menschen ein spirituelles Angebot machen, das sie da abholt wo sie stehen, aber auch noch zu mir paßt. Übrigens, da hängt natürlich auch eine Frau, und das ist das Bild, das mir persönlich neben Swami Sivananda am Wichtigsten ist: eine Darstellung von Hildegard von Bingen, wie sie eine Vision empfängt. Ich könnte über die Antwort auf die Frage ein ganzes Buch schreiben, aber mich interessiert, was andere so antworten würden und bin gespannt...
Mangala

Liebe Mangala,

wenn ich mich schon von einem Jesusbild abschrecken lasse, dann würden mir grosse Bilder von mir unbekannten Gurus noch mehr Angst machen.

Darüber hinaus hast Du Deine Yogaschule doch in Münster, oder?
Gibt es eine Stadt in Deutschland die noch katholischer ist?
Ich würde das Jesusbild in gleicher Größe wie die anderen aufhängen.

Om Shanti
Peter

Liebe Mangala,

worüber ich ein bischen staune, dass man nach so einer Mail sich große Gedanken mach, dass was andere denken könnten usw., und dann noch über zwei Ecken.

Om Rafaela

Liebe Mangala,
verstehe ich richtig, dass dir deine Yogaschülerin in ihrer E-mail die Frage aus der Threadüberschrift gestellt hat? Deine Stellungnahme ist somit die Antwort auf ihre Frage, ob ein Jesusbild über dem Altar verhindert, dass atheistische Menschen Yoga üben können?

Würde mir eine solche Frage gestellt werden, würde ich damit antworten, dass Probieren über Spekulieren geht, falls "können" hier im Sinne von "etwas hinbekommen" steht. Wird "können" im Sinne von "dürfen" verwendet, dann würde ich klar mit "nein" antworten.

Om Shanti,
Lupine

PS: Das Bild von Hildegard von Bingen erkenne ich wieder! :-)

Zu dem Thema faellt mir u.A. die Einlage mit der Sandale in dem Film "Life of Brian" ein!

Das ganze "Gedoehns" um diese Idole, ist (sorry!!) Humbug, oder eben wie Eduard hier schon anmerkte koenne Mensch sich auch ein Bild von Angela Merkel oder ganz "im Trend der Zeit" ein Abbild von Amy Winehouse ins Zimmer haengen!

Das geht letztendlich auf nichts Anderes als auf Personenkult hinaus und ist dem Ziel der Meditation (Pratyahara, Dharana, Dhyana) abtraeglich, bestenfalls eine Erinnerung /Ermahnung an die Lehre von "XYZ", die aber genau genommen auch nur Worte sind!

Vor allem aber immer das Duenkel einer gewissen Ausschlisslichkeit und somit die Gefahr des Kultes mit sich traegt!

Es geht darum ALLE "Kruecken" abzulegen und wie "ein/e Blinde/r", wieder sehen zu lernen, wie ein/e Lahme/r, wieder gehen zu lernen, wie ein/e "Kranke/r" geheilt, im Licht allumfassender "Christus-Krshna" Liebe wieder "geboren" zu werden!

Wie kann das vor sich gehen, durch Bilder?

Oder durch in sich gehen, in das Herzzentrum der allumfassenden, bedingunglosen Liebe, die Lichtsaeule entfachen, die Engel (Avatare) zu bitten auf dem Wege behilflich zu sein, Kraft zu spenden, Durchhaltevemoegen zu schenken, es braucht keine Abbilder!

Wie will Mensch auch das Brahman, "Gott" darstellen, wie soll das gehen?

Christus, Krshna, Maria, Arvernus, Radha, Gabriel, Michael, Rama, Siva, Parvati, Sita, Buddha, Mahatir, Mohammed, Guru Nanak, Sivananda, Vivekananda, Elohim, Dschibril, Ramakrshna, Wotan, Vishnu, JeHuWa (יְהֹוָה) Hildegard von Bingen, Ramana Maharishi, Diana, Demeter, Zeus, Athon, Jupiter, Belenus, Bormo und Damona sind, wenn auch Gottesbezeichnungen, Goetter oder "Heilige", nur Namen, Begriffe, des haenderingenden Versuchs, das zu bezeichnen, oder gar darzustellen, was sich nicht bezeichnen laesst, also ein sinn-wie zweckloses Unterfangen und birgt die Gefahr nur in die Sackgasse der Begrenzungen und Ausschliesslichkeiten zu fuehren!

Genauso gut kann Mench auch Sterne, Himmelserscheinungen, Baeume, Quellen, Fluesse, Felsen, die Sonne, den Mond, die Erde und sonstwas, eben eine Sandale, ja Barbie oder den Osterhasen anbeten und huldigen, es ist mit grosser Gewissheit ganz sicher besser sich darueber bewusst zu werden, oder besser, herauszufinden wer oder was WIR eigentlich selbst sind und was das ist was wir da zu "er-meditieren" versuchen!

So gesehen sind KEINE Symbole, Abbilder, Figuerchen, Staturen, ein leerer Raum, ohne Hinweise, die in eine bestimmte Richtung deuten, weit, weit besser - und allem anderen "Hokuspokus" vorzuziehen!

Diese Aussage reflektiert selbstverstaendlich nur eine subjektive Sicht dieses Problems, denn die ultimative Wirklichkeit laesst sich nicht in Worte fassen, in Formen giessen, auf Leinwand malen, oder irgendwie anders zu projezieren... da muss sich schon jede/r selbst hin begeben!

Darum heisst es: "Um sich im Unendlichen zu finden, muss Mensch erst unterscheiden und dann verbinden!"

- ॐ -

spannendes Thema:

Bilderstreit
Bildersturm

Für mich kann ich das nicht klar beantworten. Es gibt diese und jene Phasen an Bilderbedürftigkeit in meinem Leben. Da ich eher protestantischen Einflüssen während meiner Kindheit ausgesetzt war, gibt es in mir eine gewisse Skepsis gegenüber allem und jedem, das sich als "Mittler" zwischen mir und meinem Gott anbietet. Andererseits weiß ich eine gute Führung, wie einen Leuchtturm, sehr zu schätzen, die mich dort abholt wo ich bin und mir mögliche Wege aufzeigt. Ein Bild kann m.E. durchaus eine solche Leuchtturm-Funktion einnehmen.

Wenn eindeutige Gefahrenhinweise, wie auch vorhandene Anweisungen missachtet werden, wenn der Nebel, das Unwetter, stark und heftig genug sind, nutzt auch der hellste und hoechste "Leuchtturm" nichts....!

......In der Kultpraxis des Spätmittelalters wurden manche Darstellungen Christi und der Heiligen verehrt wie der Leib Christi in der Eucharistie: Sie wurden behandelt, als sei die Personen in ihnen real anwesend (Realpräsenz). Bildwerke kamen der individuellen Frömmigkeit entgegen: Man wollte das Heilige sinnlich erfahren, also sehen, hören, riechen und schmecken.

Das "heilige" mit den Sinnen zu erfahren ist Humbug und diente der Kirche, dem Klerus dazu die Menschen, die "Glaeubigen" zur sogenannten "Werkfroemigkeit", zu Spenden an die Kirche zu bewegen, die haeufig ganze Altaere, ja Kirchen ihre Ausstattung umfassten!

Schau sich einer St.Peter, die sixtinische Kapelle, den Dom zu Speyer, das Strassburger Muenster, den Koelner Dom an, obendrein noch mit antiken Kunstobjekten voll gestopft...!

Hospize, Spitaeler, Kloester samt Klosterschulen, Alten- und Waisenheime, Ashrams ja, aber an diese Form der sinnlosen Verschwendung von Geld und Energie ein klares: "NEIN"!

Lieber mk,

vom Verstand her bin ich ganz wie du eingestellt, jedoch manchmal spürt man an gewissen Orten und auch bei gewissen Bildern einfach etwas, das nicht in dieses Schema passt, eine Kraft, die sich nicht erklären, aber auch nicht ignorieren lässt. Ich denke heute, dass es Wunder und Heilige gibt, und dass sich das alles erklären ließe, wenn wir mehr wüssten. Obwohl ich also wenig weiß, möchte ich doch zulassen, diese gewissen Kräfte zu spüren, wenn ich z. B. ein Foto von Swami Sivananda betrachte. Es ist einfach so, ich weiß, da ist jemand ganz Besonderes und ich kann mit ihm in Verbindung treten. Sehr wahrscheinlich kann man das auf Quantenebene irgendwie erklären, aber das ist mir zu kompliziert, ich lasse es einfach zu.

Alles Liebe
Anamaria

Liebe anamaria,

yo - seh' ich auch so - das Ganze ist etwas differenzierter zu sehen - ganz sicher!

Die Reflektion darueber ging mehr in Richtung "hang up's"... also Personenkult, der Person willen, viele, zu viele verstehen das schon garnicht.

Die "Kraft" muss ich allerdings einraeumen, ist immer und ueberall, in mir, in dir, in Jede/m/r und Allem, an kein Bild, Abbild, Statur oder sonst irgendwas gebunden!

Sonst waere der Weg des Yoga sinn-wie zweckfbefreit...!

Islam verbietet aus dem gleichen Grunde, wie die Geschichte um das "goldenen Kalb" jegliches Abbild und das nicht nur von Gott, ein Gottesabbild gilt in diesem Glaubensbekenntniss gar schon als Heraesie! ;-)

"Du sollst keine anderen Goetter haben, neben mir, was ist das?"

- hari om -

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