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OM shanti, liebe Leserin, lieber Leser,

kürzlich meinte Sukadev in einem Satsang - wenn ich recht erinnere - dass wir Schüler wenig Fragen stellen würden. U.a. sagte er, dass aber schon der Besuch eines Seminars in gewisser Weise eine Frage wäre. In dem Seminar, das ich besuchte, wurde auch über den Guru, den Lehrer, den, der den Schüler vom Dunkel zum Licht führt, geredet.

Ein Guru kann also nützlich und sinnvoll sein für Dich und für mich. Jede und jeder sollte einen haben, fordern manche. Ich denke, wir Westler sind nicht gewohnt an diesen Gedanken. Ist es Stolz oder haben wir gelernt, Wissen aus Büchern und dem Internet zu holen? Und wenn wir eine Frage haben, die nicht befriedigend beantwortet wird, dann stellen wir sie einem Menschen, den wir für kompetent halten. Ist die Frage beantwortet, war`s das.

Für mich ist es ein ungewohnter Gedanke, einen "Dauer - Guru" zu haben. Und ich weiß auch nicht, ob ich möchte, dass mich dieser Mensch so genau kennen lernt. Eine Frage des Vertrauens also.

Hast Du einen Guru? Und wie bist Du zu ihm / ihr gekommen? Stellt sich die Frage nach einem Guru für Dich und wie beantwortest Du sie? Bist Du gar selber ein Guru und magst uns erzählen, was über die bloße Wissensvermittlung hinaus in einem Guru - Schüler Verhältnis geschieht?

Auf Deine Antwort gespannt ist       Chris

Tags: Guru

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Hallo Chris,
danke für deinen Beitrag.
Als erstes möchte ich Ron Smothermon zitieren. "Die Qualität deines Lebens ist äquivalent zur Qualität deiner Lehrer." Kurz und knapp, Ron wie ich ihn liebe und schätze. - Ein SuperLehrer (Guru) -

Guru heist Lehrer, damit kann viel gemeint sein, jemand, der dir Lesen und Schreiben beibringt, noch vorher, die Mutter von der ich meine Sprache gelernt habe.

Ein Guru lehrt mich im weitesten Sinnne, wie ich mit dem Leben zurechtkomme.

Ich habe also sehr viele Gurus, ich habe auch einige spirituelle.
Einen Guru haben heist ein offenes Herz haben, lernen wollen, zu hören können, Vertrauen haben und vieles mehr.

Das soll erst mal reichen - jetzt können mal Andere zu Wort kommen. ;-)

Om om om Eduard
Mir fällt noch mehr ein: Herman Hesses Sidharta, ein Buch dass mich als Teenager sooooo beeindruckt hat.

Sidharta erlangte schließlich als Flößer Samadhi. Er lernt von jedem Menschen, den er über den Fluss setzt, ein bisschen. Seine Gurus sind unter anderen die "ganz normalen" Menschen, mit denen er täglich zu tun hat.

So ähnlich habe ich es auch gehalten als ich Taxifahrer war. Nun ja, vollständiges und dauerhaftes Samadhi habe ich dabei nicht erreicht, es war eine gute Gelegenheit, Anderen zu dienen und ihnen zuzuhören. Ich habe akzepitiert, dass sie meine Gurus sind.

Om om om Eduard
Hallo Christel,

anfangs hatte ich zwar gezögert und mich gefragt, ob ich überhaupt darauf antworten sollte, nun habe ich mich aber doch dafür entschieden.

Hintergrund ist der, dass ich überhaupt kein "Yogi(ni)" bin ... ja, wahrscheinlich diesbezüglich hier sogar derjenige bin, der sich am wenigsten mit alldem auskenne. Statt dessen bin ich ein Schüler auf dem westlichen Weg (zur Erkenntnis) und in dieser Community nur deshalb gelandet, um in den vielen Informationsangeboten herumzustöbern und etwas mehr über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Traditionen herauszufinden.

Lange Rede kurzer Sinn: Meine Antwort kann lichtjahreweit von einer typischen "Yogi(ni)"-Antwort entfernt liegen.

Aber nun zum eigentlichen Thema:

Guru, Meister und Lehrer sind ja meist Begriffe, die synonym füreinander benutzt werden. Und von daher hat mir der Aspekt sehr gut gefallen, den Eduard schon angesprochen hat, letztendlich sind wir doch alle ... in irgendeiner Form ... wenigstens dann und wann ... einmal Guru ... und genauso auch Schüler. Wir alle lernen ständig etwas von anderen ... mal dies und mal jenes ... mal mehr und mal weniger ... aber das scheint tatsächlich eine ganz normale Wechselbeziehung zwischen allen Menschen zu sein. Oftmals kann man auch garnicht klar sagen, wer jeweils Guru war und wer Schüler ... wenn es als solches überhaupt bemerkt wird. Insofern sind wir eigentlich alle immer von "Gurus begleitet".

Aber Du wolltest natürlich auf etwas anderes hinaus. Die persönliche, dauerhafte Beziehung zu einem einzelnen spirituellen Guru.

Nun weiss ich nicht, wie in den hinduisten Lehren im Einzelnen darüber gesprochen wird, aber so wie ich bisher die Gemeinsamkeiten zwischen den östlichen und den westlichen Wegen verstehe, geht es immer nur darum, den eigentlichen, den "wahren" Guru zu "finden" ... oder besser gesagt, der jeweilige menschliche Guru hat im Wesentlichen eine einzige Aufgabe: Dem Schüler die Kontaktaufnahme zu seinem Inneren Guru zu ermöglichen ... den "wahren" Lehrer ... das Höhere Selbst, oder wie es auch immer genannt wird. Wenn das gelungen ist, braucht es keinen "äußeren" Guru mehr.

Also wirklich "dauerhaft" wird daher wahrscheinlich keine Guru-Schüler-Beziehung sein ... wenn auch der Vorgang bzw. dessen Vollendung durchaus eine lange Zeit in Anspruch nehmen kann.

Aber muss es ein persönlicher Guru sein? Da gibt es auch im Westen stark unterschiedliche Ansichten. Ich weiss wirklich nicht, ob es überhaupt eine eindeutige, allgemeinverbindliche Antwort darauf geben kann, aber tendenziell scheint es so zu sein, dass speziell in den östlichen Wegen der persönliche Kontakt ganz wichtig ist. Wahrscheinlich hängt mit den speziellen Methoden ab, die Verwendung finden ... so mein bisheriger Eindruck. Sie sind viel "schneller" oder "direkter" als westliche Methoden ... und der direkte Kontakt mit einem Guru ist daher sozusagen das "Sicherheitsnetz" (wie beim Hochseil). Er sieht, was geschieht, wie der jeweilige Entwicklungsstand ist und kann jederzeit helfend und schützend eingreifen.

Du hast schon recht, dass für die westliche Mentalität dieser Guru-Gedanke manchmal zuerst ein bisschen befremdlich sein mag, aber je "hochqualitativer" die Methoden sind, desto wichtiger wird es den entsprechenden Guru an seiner Seite zu haben. Schon aus eigenem Interesse.

Allerdings hängt alles auch davon ab, wie "ernst" man die "Sache" nimmt ... was man erreichen will ... wie die eigenen Ziele aussehen. Wenn alles eher "nur" von allgemeinen Interesse ist, dann kann man mit Sicherheit sehr, sehr vieles auch indirekt, also über usw., dazulernen ... aber je anspruchsvoller die Ziele desto sinnvoller ist der persönliche Kontakt.

Außerdem gibt es auch noch einen ganz praktischen Aspekt. Wenn man etwas liest, kann es passieren, dass man an irgendeiner Stelle einfach nicht versteht, was oder wie etwas gemeint ist. Gute Gurus können sowas mit wenigen Worten oder Sätzen einfach auflösen. Da macht es dann *plopp* und das Verstehen ist plötzlich da. Aber ein Buch kann halt nicht auf irgendeinen Schüler individuell eingehen.


Herzliche Grüße
mic
Lieber Eduard,
vielen Dank für Deine Antworten. So gesehen bin ich selber meinen Kindern ein Guru gewesen. Aber sie waren dann auch Guru für mich. Wenn ich irgendwo Geduld gelernt habe und "das Bezähmen meines Temperaments", dann in der Kindererziehung. Ich bin auch der Meinung, dass jede Begegnung mit einem Menschen einen Sinn hat und mich was lehren kann. Aber die Art Guru habe ich nicht gemeint. Ich meinte den "Dauer - Guru". Guru heißt nicht nur Lehrer sondern auch der, der Dir aus der Dunkelheit hinaus zum Licht verhilft. Ich habe übrigens auch zu der "Jugendfraktion" gehört, die endlose Teezeremonien veranstaltete und Hesse verschlungen hat. Ein guter Hinweis aus alten Zeiten! Danke sagt Chris
Lieber Mic, grade habe ich angefangen, Dir zu antworten, da ist was schief gegangen und die Mail ist weg. Also nochmal: Mic das war großartig, was Du da geantwortet hast!!! Für mich bist Du ein wahrer Yogi in Deinem Innersten. Beim Stichwort "westlicher Weg" fiel mir ein Buch ein, das leider nicht mehr verlegt wird. Es könnte zu Dir passen und heißt "Der westliche Weg". Irgendwo unter meinen Büchern habe ich es, kann es aber nicht finden.
Zurück zum Guru. Da wir das Göttliche in uns haben, müßte es ja auch möglich sein, ohne Vermittler den Weg zu finden. Allerdings kann man / frau sich natürlich verrennen und der Guru steht vermutlich über den Dingen, in denen man gerade drinsteckt, und kann einem aus der Sackgasse raushelfen.
Du hast mich auf viele Gedanken gebracht, denen ich jetzt nachgehen werde. Danke, Mic. Und zum "östlichen Weg": Du findest dort viele tiefe Wahrheiten, von denen Du spüren wirst, dass es so ist, wie gesagt. Es lohnt, den Weg weiter zu verfolgen. Alles Gute wünscht Chris
Freut mich, dass was passendes für Dich dabei war. Ein tolles Beispiel für das Prinzip, was Eduard beschrieben hat ... irgendwie helfen wir uns alle gegenseitig. In diesem Sinne auch ein herzliches Dankeschön für Deinen Tip!

Ach ... und noch ein kleines Fundstück aus dem Netz: Jemand namens Raphael wurde gefragt, ob er die Erkenntnis in Indien erworben hat und antwortet darauf "Die Erkenntnis hängt weder von Raum noch Zeit ab." Das scheint mir alles bisher beschriebene schön zusammenzufassen.

Gutes Gelingen auf Deinem Weg.

mic
Danke, lieber Mic,
ich mag Deine Beiträge auch in anderen Foren - da steckt viel hinter dem, was Du sagst.

Zu "die Erkenntnis hängt weder von Raum noch Zeit ab". Sehr gut. Und zudem: wir werden sie früher oder später alle machen (die Erkenntnis).

Ich verabschiede mich ins Wochenende. Gutes Gelingen auch auf Deinem Weg.
chris
Hallo chris,
die Frage gefällt mir. Vor einigen Monaten habe ich mir diese Frage auch gestellt. Meinen Vorredner kann ich mich nur anschließen.
Bei mir ist es so das ich einen,nennen wir ihn ruhig Guru,habe, der mir sehr viel mit auf den Weg gegeben hat und gibt. Ich kann nicht sagen wie viel ich ihm verdanke, es läßt sich nicht in Worte fassen. Nicht nur was Yoga angeht, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Lebens, was es heißt eine Frau zu sein, spirituelle Dinge, einfach alles. Er hat mich aufgeweckt aus meinem damals tristen Dasein und mir geholfen meine Fähigkeiten und mein Bewußtsein zu schulen, ebenso mein Unterbewußtsein, der Weg zu meinem höheren ich ist geöffnet, er ist mir ein Lehrer in allen Bereichen des Lebens.
Mittlerweile verstehen und vertrauen wir uns blind, wir ergänzen uns wo wir nur können. Wir haben uns noch nicht persönlich getroffen, doch lieben wir uns, als Mann und Frau, es kommt eine Zeit in der wir unser Leben gemeinsam verbringen werden.
Wie du siehst ist unser Verhältnis zu einer innigen Liebe geworden, womit wir beide nicht gerechnet haben, eine Fügung des Schicksals.

Alles Liebe Mondfrau
Danke, Christel. :-)

(sorry, aber habe ich gerade erst entdeckt)
Liebe Leserin, lieber Leser dieser Mail,
ich danke Euch für Eure Beiträge. Zu jedem Thema habe ich natürlich auch schon eine Meinung. Eure Beiträge bringen mir neue Gesichtspunkte und manchmal entdecke ich auch meine eigenen Vorurteile. Inzwischen habe ich zu dem "Guru - Thema" auch neue Fragen. Dazu später.
Erstmal danke und OM shanti, Chris.

Liebe Mondfrau,
danke für Deine E-Mail. Ich werde darauf noch etwas antworten, weiß aber noch nicht wie. Bis bald sagt Chris.
Liebe Mondfrau,
danke für Deinen Erfahrungsbericht. Wie Du da so schreibst über Deinen "nennen wir ihn" Guru, klingst Du fast glücklich, zumindest aber im Einklang mit der Entwicklung und zuversichtlich. Und das sei Dir auch von Herzen gegönnt. Lass mich trotzdem bürgerlich kleinkariert antworten:
Im Yogalehrerhandbuch (YLH S. 57f, S. 75, S. 85) und in der Bhagavad Gita (Kap. 13, Vs. 7) habe ich über den Weisen, den Heiligen, das Dienen, den Dienst am Guru und "den Dienst am Lehrer" (Swami Sivananda) nachgelesen. Demnach schließe ich, dass ein Guru durchaus ein Heiliger oder Weiser ist. "Gott offenbart sich in ihm", er lebt beispielhaft, ist selbstlos und hilft uns in unserer Entwicklung zu Gott und wir dienen.
Ich frage mich, ob ein Liebesverhältnis zu Deinem Guru von ihm aus selbstlos ist und welche Gefahren es bergen kann, ein Lehrer-Schüler-Verhältnis in ein gleichberechtigtes Liebesverhältnis zu wandeln.
Es geht mir noch so viel durch den Kopf. . .
Alles Liebe, Mondfrau, Chris
@mondfrau:

Eye, boa eye,

voll verknallt.

Das möcht ich auch mal wieder haben.

Om om om Eduard

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